Archiv für ‘Rezension’

Peter und der Wolf

Freitag, 10 . Juni 2011

Bezaubernde Kleinproduktion mit jungen ElevInnen der Ballettschule die TANZstelle und den Holzbläsern des Amadeus Kammerorchester Dortmund

Das "Ensemble"

Das "Ensemble"

Schon lang währt die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem Amadeus Kammerorchester und der Ballettschule die TANZstelle Hankiewicz. Letztere ist von der Sonnenstraße in die Hohe Straße 9a umgezogen. Zur Eröffnung der neuen Räumlichkeiten gab es am 07. Mai 2011 eine Neuproduktion des wohl beliebtesten Kinderstücks von Sergei Prokofiev “Peter und der Wolf”.

 

Dominik Freiberger (Sprecher)

Dominik Freiberger (Sprecher)

Dominik Freiberger erzählte die Geschichte, die von dem Bläserquintett des Amadeus Kammerorchesters brillant umgesetzt wurde. Die ElevInnen der TANZstelle gingen in den Rollen von Vogel, Katze, Ente, Wolf und Peter völlig auf. In der Choreographie von Mahnaz Hankiewicz entstand sofort eine poetische Stimmung in dem hellen, lichtdurchfluteten und akustisch interessantem Glasdom, dem Hauptsaal der neuen Ballettschule.

 

 

"Und wenn Peter den Wolf nicht gefangen hätte? - Was dann???"

"Und wenn Peter den Wolf nicht gefangen hätte? - Was dann???"

Für Ende des Jahres ist geplant mit dieser kleinen Produktion in die Dortmunder Grundschulen zu gehen. Dann unter dem Titel: “Peter und der Wolf kommen in Deine Schule”. Interessierte Lehrer/innen können gern über die e-mail info@amadeus-kammerorchester.de Kontakt aufnehmen.

Für dieses Schulprojekt des Amadeus Kammerorchester Dortmund werden noch  Sponsoren gesucht.

Dortmunder dirigiert die Zauberflöte in der Mongolei

Donnerstag, 3 . Februar 2011

Westfälische Rundschau Kultur, 13.01.2011, Anja Schröder

Woran denken Sie beim Stichwort Mongolei? Auf keinen Fall auf Anhieb an Mozarts Zauberflöte, oder? Felix Reimann und Johannes Hobbing werden sie eines Besseren belehren. Die beiden Dortmunder Musiker haben im ältesten Opernhaus Ostasiens in Ulan Bator „The magic flute“ dirigiert und gespielt. Eine Premiere.

Staatsoper der Mongolei

Staatsoper der Mongolei

Zu Beginn war es nur der Zufall, der mitspielte. Sänger der mongolischen Staatsoper zu Gast in Köln, man kam ins Gespräch. Eine Einladung nach Dortmund? Schnell, sagt Felix Reimann, Dirigent des Amadeus Kammerorchesters, stellte sich heraus, dass die Mongolen sich durchaus auch deutsche „Nachhilfe“ in ihrem Heimatland wünschen würden. Hobbing und Reimann, Bratschist und Soloflötist auch bei den Dortmunder Philharmonikern, waren die künstlerische Vorhut. – Und beeindruckt. „Ein Land, vierfach so groß wie Deutschland, mit knapp 2,6 Millionen Einwohnern…“ Fast die Hälfte davon leben in Ulan Bator, oder auch Ulaanbaatar. „Da ballt sich die Kultur“, klingt Hobbing regelrecht atemlos: „Theater, Film… eine unfassbare Musikermenge und -güte“. Die kulturelle Erziehung: russisch beeinflusst, jetzt gehe der Blick verstärkt nach Deutschland. „Viele sprechen Deutsch“ – ein Einfluss der ehemaligen DDR.

 

Johannes Hobbing im Orchester

Johannes Hobbing im Orchester

Beeindruckend auch: Die Temperaturen. Minus 30 Grad – aber bei Arbeitstagen von an die zehn Stunden sei das letztlich nicht mehr so aufgefallen. Denn die beiden hatten nur wenige Tage, um mit dem mongolischen Staatsensemble und - orchester die Zauberflöte einzustudieren – mit deutschen Texten. Reimann lacht. Die Mongolen hätten eine viel rauere Aussprache, etwas abgehackt. Da den melodiösen Fluss – „Der Vo -gel-fän-ger bin ich ja…“ – zu formen… Aber er winkt ab: „Die Musiker und Sänger sind neugierig, lernen schnell – das war faszinierend!“ Und sie seien zu einem Großteil wirklich gut. Was sich nicht im Verdienst spiegelt: Bei maximal 250 Dollar im Monat müssen sich alle mit Nebenjobs durchkämpfen. Die Gastgeschenke des Amadeus Kammerorchesters, Zubehör für die Instrumente, seien deshalb besonders gut angekommen.

 

"Die Strahlen der Sonne"

"Die Strahlen der Sonne"

Jede Minute hatten sie genutzt. Reimann als Dirigent, Hobbing als Instrumentalcoach an der Bratsche. Hatten mit so unwirklichen Problemen wie fehlenden Umlauten in der Übersetzung des russischen Text- und Notenmaterials gekämpft. „Die ‘Furstin’ klingt eben doch komisch…“ Dann dirigierte Reimann im Opernhaus – übrigens vom deutschen Architekten Gerhard Kosel, der auch Alexanderplatz und Fernsehturm in Berlin verantwortet, gebaut – eine ausverkaufte und gefeierte Premiere.

Königin der Nacht

Königin der Nacht

Jetzt haben sie Blut geleckt, auf beiden Seiten. Die nächste Einladung für Oktober steht bereits. Mozarts „Don Giovanni“, auf Italienisch. Da allerdings wollen die Dortmunder noch zwei, drei weitere Musiker mit im Boot, besser: Flugzeug haben, als Einzeltrainer für die Instrumentalisten. Und später ein eigenständiges Projekt aufziehen. Musik schließlich überwindet Grenzen. Und allemal die 8000 Kilometer zwischen Dortmund und Ulan Bator.

Mozart in der Mongolei

Donnerstag, 3 . Februar 2011

DORTMUND. Für sein Mozart-Spiel ist das Amadeus Kammerorchester, ein Zusammenschluss von Profi-Musikern aus NRW-Orchestern mit Sitz in Dortmund, berühmt. Jetzt auch in Ulan Bator.

Ruhrnachrichten: Julia Gaß

Dirigent Felix Reimann und Johannes Hobbing, Bratschist bei den Dortmunder Philharmonikern, haben Mozart in die Mongolei gebracht und in der Staatsoper in Ulan Bator, dem ältesten Opernhaus Ostasiens, die “Zauberflöte” aufgeführt.

Große Neugier 

Ouvertüre der Zauberflöte

Ouvertüre der Zauberflöte

Für die Sänger und Instrumentalisten in dem Land, das vier Mal so groß wie Deutschland ist, aber nur 2,6 Millionen Einwohner hat, war das Neuland. Die deutschen Texte, die Musik, das klassische Spiel. Die Dortmunder hatten viel zu feilen, stießen aber große Neugier und Begeisterung. Gefeiert wie Stars wurden die Mozart-Experten aus NRW, vom Fernsehen interviewt und mit überschwänglicher Herzlichkeit hofiert. 

Drei Fernsehstationen berichten...

Drei Fernsehstationen berichten...

Nur fünf Tage hatten die Dortmunder Zeit für neun Proben - bei minus 30 Grad Außentemperatur. “Wir waren erst skeptisch, aber das Projekt hat zu so viel Begeisterung und Kreativität geführt”, erzählt Reimann. “Die Sehnsucht nach westlicher Kultur ist in der Mongolei unheimlich groß”, hat Hobbing gemerkt.

Kooperation geplant 

 

Schlussapplaus

Schlussapplaus

In einer zauberhaften Inszenierung, mit prächtigen Kostümen, guten Sängern und einem Orchester, das schnell gelernt hat, wie Mozart-Phrasierung klingen muss, ist die “Zauberflöte” im ausverkauften Haus gefeiert worden. 

Ensemble mit fantasievollen Kostümen

Ensemble mit fantasievollen Kostümen

Die nächste Einladung steht: “Don Giovanni” im Oktober. Aber auch Konzerte mit den mongolischen Sängern in NRW kann sich das Amadeus Kammerorchester vorstellen. Die Suche nach Sponsoren und Partnern bei der Deutschen Botschaft und dem Goethe-Institut hat begonnen. Ein Sponsor hat Interesse bekundet und gesagt: “Sie haben einen Sonnenschein nach Ulan Bator gebracht.”

 

 

 

Schlossparkeröffnung Herten

Montag, 31 . Mai 2010

Amadeus Kammerorchester Dortmund bei RUHR 2010

Händels Wassermusik und Mozart Divertimento D-Dur KV 251 zur Eröffnung des rekultivierten Schlossparks Herten im Rahmen der Local Hero Woche Herten

herten-1

Ein prüfender Blick in die Wolken

Trotz des windigen Schauerwetters hatten sich viele Klassikfans vor der Bühne auf der Festwiese des Hertener Schlosses versammelt. Noch während der Anspielprobe wehte der Wind Notenpulte um, und Regentropfen erreichten das Innere der Bühne. Ein Auftritt schien unmöglich. Doch dann stoppte der Regen und das Orchester konnte sein Konzert beginnen.

Trompeten und Hörner spielen Sonne herbei

herten-3

Konzertmeisterin Shinkyung Kim

Beinahe magisch war der Moment als sich bei den berühmten Fanfahrenklängen der Wassermusik von Georg Friedrich Händel die Wolken ganz auftaten und der Schlosspark sonnendurchflutet wurde. Das Publikum belohnte dieses Naturschauspiel mit einem Sonderapplaus. Der geschickt verstärkte Klang des Orchesters fand seinen Nachhall am Hertener Schloss und erfüllte den rekultivierten Barockpark mit angemessener Festlichkeit.

Wenn ein König begeistert ist…

Sonntag, 30 . Mai 2010

Händles Wassermusik erklang im Roten Saal
der Rudolf-Steiner-Schule Dortmund

amadeus-rudolfsteinerschule-2010

Das Amadeus Kammerorchester spielt im Roten Saal der Rudolf-Steiner-Schule Dortmund

Georg Friedrich Händel

Georg Friedrich Händel

Eine Zugabe forderten auch die Zuhörer am Samstag Abend im Roten Saal der Rudolf-Steiner-Schule Dortmund. Die klare Akustik des Roten Saales ermöglichte dem Amadeus Kammerorchester Dortmund die unterschiedlichen Farben der Wassermusik vielseitig herauszuarbeiten. Bestechend sind die Wechsel zartester Kammermusik mit aufbrausenden Hörner-klängen oder strahlenden Trompetenfanfaren. Einzelne Sätze sind sogar der brillant aufspielenden Blockflöte (Birgit Welpmann) gewidmet.
 
Vorangestellt hatte das Orchester anlässlich des 300. Geburtstages von Giovanni Battista Pergolesi dessen Flötenkonzert in G-Dur. Der Soloflötist der Dortmunder Philharmoniker Felix Reimann spielte den Solopart elegant und leitete dabei das Orchester vom Pult aus. Erstaunlich frühklassisch wirkt der erste Satz auf den ein elegisch, schwebendes Adagio folgt.

Wie man Namenstage gebührend feiert demonstriert uns Wolfgang Amadeus Mozart. Er schrieb das sechssätzige Divertimento D-Dur KV 251 für Oboe zwei Hörner und Orchester zum Namenstag seiner geliebten Schwester Nannerl. Das sogenannte “Nannerlseptett” wirkt als Orchesterdivertimento geradezu sinfonisch. Das Amadeus Kammerorchester Dortmund bewies wieder einmal seine besonderen Klangqualitäten. Feinfühlig und gleichzeit vital spielten die zwanzig Musiker unter der Leitung von Felix Reimann.

Begeisterung bei festlichem Adventskonzert

Samstag, 26 . Dezember 2009

Westfälische Rundschau, 14. Dezember 2009, Sonja Müller-Eisold

Vorweihnachtliche Stimmung verzauberte die schöne Immanuel-Kirche. Zum vierten Mal luden die Theater- und Konzertfreunde zu einem Adventskonzert ein. Und viele Besucher ließen sich begeistern.

Jürgen Pöchhacker - Trompete

Jürgen Pöchhacker - Trompete

Auch das Amadeus Kammerorchester Dortmund unter Felix Reimann war zum vierten Mal dabei und bot ein vielseitiges barockes Programm. Mitglieder der Dortmunder Philharmoniker zeigten als Solisten ihr Können. Werner Ackermann moderierte und verriet Interessantes aus der Fülle des barocken Schaffens.

 

Reimann, sehr engagiert und couragiert, hatte seine Musiker - Mitglieder aus verschiedenen Orchestern des Ruhrgebiets - gut vorbereitet und führte sie temperamentvoll und mit deutlichen Konturen. Er gewann einfühlend den einzelnen Werken ihren spezifischen Charakter ab - so in Händels Concerto grosso Nr. 5 die Würde und den Glanz dieser Musik, in Bachs Brandenburgischem Konzert Nr. 3 die mitreißende Klangfreude.

Die ausgezeichnete Soloklarinettistin der Dortmunder Philharmoniker Frauke Hansen, spielte ein Klarinettenkonzert von Johann Melchior Molter, das zu den ersten Konzerten dieser Art überhaupt gehört. Die Solistin ließ Tonschönheit und Ausdruckskraft aufleuchten. Jürgen Pöchhacker [Solotrompeter] von den Dortmunder Philharmoniker gestaltete das Konzert für Trompete und Orchester von Johann Friedrich Fasch - strahlend und brillant.

Marko Spehar setzte seinen dunkle strömenden Bass auf verschiedene Art ein: in konzertantem “Spiel” mit dem Orchester in Johann Phillip Kriegers Kantate “Singet fröhlich Gotte” und in Bachs “Quoniam tu solus sanctus” aus der h-moll Messe im fröhlichen Duettieren mit dem Waldhorn, sowie im schlichten Gesang von Weihnachtsliedern, wobei dem Publikum ein hübsches Lied aus seiner kroatischen Heimat besonders gefiel.

Kleine Instrumente - große Effekte

Montag, 14 . Dezember 2009

Adventskonzert der Theaterfreunde

konzertfoto

Festlicher Rahmen in der Immanuel Kirche

Vieles war klein an diesem Nachmittag mit dem Amadeus Kammerorchester Dortmund unter der temperamentvollen Leitung von Felix Reimann: Die D-Klarinette von Solistin Frauke Hansen, die Barocktrompete von Jürgen Pöchhacker, die Besetzung des Orchesters mit maximal 16 Musikern. Nur die Qualität war riesengroß.

Aufregend

So , wie Felix Reimann sein Elite-Orchester, in dem auch viele Dortmunder Philharmoniker spielen, Händel musizieren lässt, macht Barockmusik Spaß. Schwung, rhythmische Kraft und trotzdem Eleganz hatten Händels Concerto Grosso Op. 5/No.5 und auch Bachs 3. Brandenburgisches Konzert. Das klang aufregend und hoch spannend in den rasanten, frech-forschen aber gestochen präzise gespielten Tempi.

Lieder aus der Heimat

frauke-hansen-spielt-molter

Frauke Hansen spielte das Molter Konzert in der ausverkauften Kirche

Marko Spehar repräsentierte die zurzeit sehr gute Bass-Solisten des Opernensembles in der mit Kraft gesungenen “Quoniam”-Arie aus Bachs h-moll Messe. Außer Adventsklassikern wie “Maria durch ein Dornwald ging” und dem Oscar Hit “White christmas” sang der Bassist auch ein Weihnachtslied aus seiner Heimat Kroatien. Eine CD von dem Konzert ist 2010 erhältlich. Dann feiert das Orchester auch sein zehnjähriges Bestehen.

Quelle: Ruhrnachrichten Dortmund, Julia Gaß (14.12.2009)

Der Abschied kam in Raesfeld

Mittwoch, 24 . Juni 2009

Das Amadeus Kammerorchester Dortmund
zu Gast in Schloss Raesfeld

Beim letzten Konzert der Reihe Sommer-Schlösser-Virtuosen spielte das  Amadeus Kammerorchester Dortmund unter der Leitung von Dirigent Felix Reimann ein überwiegend klassisches Programm im ausverkauften Rittersaal von Schloss Raesfeld.

Nach den frühen Streichersinfonien 1 - 4 von Felix Mendelssohn Bartholdy in den vorangegangenen Konzerten, hatte man für dieses Konzert seine Streichersinfonie Nr. 8 D-Dur aufgelegt. Die bedeutend umfangreichere viersätzige Sinfonie zeigt einen gewaltigen Entwicklungssprung des 12-jährigen Felix Mendelssohn. Wiederum erstaunlich die Ideenvielfalt innerhalb der einzelnen Sätze. Die beiden virtuosen Ecksätze umrahmen ein erstaunlich dunkles und trauriges Adagio, das allein den tiefen Streichern vorbehalten ist - sowie ein Menuetto, das im Trio ebenfalls durch ein furioses Zwischenscherzo völlig aus dem zu erwartenden Rahmen fällt. Das Amadeus Kammerorchester spielte intonatorisch sicher mit meisterlicher Eleganz.
 

Paolo Mendes spielt Haydns 1. Hornkonzert D-Dur

Paolo Mendes spielt Haydns 1. Hornkonzert D-Dur

Mit Paolo Mendes präsentierte die Carl-Richard von Dörkenstiftung wiederum ein Star von Morgen. Der junge Hornist, der bereits zahlreiche internationale Preise gewonnen hatte, spielte das erste Hornkonzert von Joseph Haydn mit sensibler Leichtigkeit. Sein klarer Ton trug ebenso wie das filigrane Spiel des begleitenden Orchesters dazu bei, daß das Konzert wie lichtdurchflutet erschien. Das Konzert belegt außerdem die große Meisterschaft Haydns spezifische Instrumenteneigenschaften als natürlichen Bestandteil einer völlig neuartigen Musik zu integrieren. Das Publikum dankte dem jungen Solisten mit stürmischem Applaus.

Mozarts Konzert Es-Dur KV 271 wird fälschlicherweise das “Jeunehomme” Konzert genannt. Auf Grund von historischen Übertragungsfehlern ging man lange von diesem Namen aus. Mitlerweile weiß man aus einem Brief Mozarts an seinen Vater von 1777, daß er selbst das Konzert “Jenomy” nannte. Dies bezieht sich nach dem Mozartforscher Dr. Lorenz auf die Tochter des Mozartfreundes Jean George Noverre, Victoire Jenamy.

Amina Taikenowa - Klavier

Amina Taikenowa - Klavier

Amina Taikenowa, die zum zweiten Mal in Raesfeld auftrat, spielte das Konzert brillant und mit einem leichten Mozartanschlag. Die junge Russin legte den zweiten Satz sehr träumerisch an, ging dann aber um so spielfreudiger und virtuos an den - von Mozart mit so unglaublich ideenreichen Eingängen und Kadenzen - ausgestatteten Finalsatz heran. Das Orchester und sein Leiter Felix Reimann bewiesen auch hier wieder äußerst feinfühlige Begleitqualitäten und präsentierten beinahe sinfonischen Klang in den ausladenden Orchesterzwischenspielen. 

Der Abschied kam in Raesfeld

Offensichtlich, um sich von der gelungenen Konzertreihe gebührend zu verabschieden, hatte das Orchester zum Abschluss des Konzertes Joseph Haydns Sinfonie Nr. 45 fis-moll aufs Programm gesetzt. Diese  Sinfonie ist in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich. Schon die Tonart fis-moll ist einzigartig und der Kopfsatz überrascht durch sein dramatisch absteigendes Akkordmotiv und die dagegengestellten Synkopen, die dem Satz etwas verzweifelt peitschendes geben. Bewußt stellten die Musiker den Gegenastz zum zweiten Thema des Kopfsatzes her, das in klagender Manier wie ein unabhängiges Intermezzo dasteht. Der langsame Satz, mit sordini bei den hohen Streichern - fahl im Klag, wirkt wie eine Traumsequenz. Wunderbar dann die Bläser im leichtfüßigen Menuet. Haydn unterbricht dann das Finale presto plötzlich mit einem scharfen Akkord auf der Dominante - nur das Horn spielt einen Signalton und jetzt folgt wiederum ungewöhnlich ein Abschluss Adagio in einer neuen Tonart. Hierbei verlassen nun nach und nach alle Musiker das Podium, die Musik verabschiedet sich im wahrsten Sinne des Wortes bis schließlich die beiden Soloviolinen das Konzert beenden. Mit diesem musikalischen Experiment konnte seinerzeit Haydn dem Fürsten Esterhazy klarmachen, daß es Zeit war den Musikern Urlaub zu geben, um die daheim verweilenden Familien wiederzusehen. Das teilweise überraschte Publikum in Raesfeld reagierte amüsiert und mit frenetischem Applaus.   

 

Begeisterter Schlssapplaus im ausverkauften Rittersaal

Begeisterter Schlssapplaus im ausverkauften Rittersaal

Dirigent Felix Reimann bedankte sich beim Kreis Borken und der Carl Richard von Dörken Stiftung für die Ausrichtung der Reihe und ließ zum Abschluss ein weiteres Mal schmunzeln bei Johann Strauss’ Pizzicatopolka.

Ein Gefühl von Sanssouci

Dienstag, 16 . Juni 2009

Das Amadeus Kammerorchester Dortmund
zu Gast in der Wasserburg Anholt

Groß war der Andrang des Publikums beim vierten Konzert des Amadeus Kammerorchester Dortmund unter der Leitung seines Dirigenten Felix Reimann in der Reihe Sommer-Schlösser-Virtuosen. So groß, dass etliche Besucher leider keine Karten mehr ergattern konnten.

Mit Felix Mendelssohn Bartholdys Streichersinfonie Nr. 4, e-moll eröffnete das Orchester auch dieses Mal mit einem Frühwerk des Romantikers. Dabei ist diese Sinfonie noch ganz in der Tradition der Barockmusik - ein Studie des Zwölfjährigen - möglicherweise stand hier sogar Bach Pate, der ja im Hause Mendelssohn äußerst verehrt und viel musiziert wurde. Mit einem stolzen Grave im doppelpunktierter Manier beginnt der Kopfsatz und setzt mit einem fugaten von Tonleiterketten durchzogenen Allegro fort. Im folgenden Andante erfand der junge Komponist eine schier nie enden wollende Melodie, die sich schwebend auf einem lichten Gewebe von wiegenden Streicherakkorden fortbewegt. Der strenge und gleichzeitig stürmische Finalsatz fordert - durch eine Vielzahl an halsbrecherischen Trillern - höchste Virtuosität. Das Kammerorchester bewies auch hier wieder sein spieltechnisch hohes Niveau. 

ein Hauch von Sanssouci im Rittersaal zu Anholt

ein Hauch von Sanssouci im Rittersaal zu Anholt

Johann Sebastian Bachs Doppelkonzert d-moll für Oboe, Violine und Orchester BWV 1060 ist eines der berühmtesten Werke des Barockmeisters. Ein besonderes Glück ist, wenn alle anspruchsvollen Partien dieses Concerto grosso bestens besetzt wurden wie bei diesem Konzert. Die beiden jungen Solisten Stephanie Treichl (Oboe) und Andrey Rozendent (Violine) spielen mit jugendlicher Frische und einem Selbstverständnis, daß es einem beinahe den Atem raubt. Das Orchester ließ sich nicht bitten und so wurde das Concerto zu einem berauschenden Bacherlebnis.

Barbara Kortmann (Flöte)

Barbara Kortmann (Flöte)

Wo könnte man sich Johann Joachim Quantz Konzert für Flöte besser vorstellen, als im reichbebilderten Rittersaal der Wasserburg Anholt? Quantz - Lehrer von Friedrich dem Großen in Sanssouci - komponierte dieses Werk für den Preussenkönig und viele Konzertbesucher hatten sicherlich das berühmte Menzelbild vor Augen, auf dem man den König zwischen Kerzenleuchtern spielen sieht (Quantz steht auf Menzels Bild übrigens ganz rechts außen.) Mit Barbara Kortmann (Flöte) hatte man auch für dieses Konzert eine Meisterin ihres Instrumentes gewinnen können. Mit innigem Körpereinsatz spielt sie virtuos und gestaltete die drei Sätze differenziert mit einem flexiblen Flötenton.

Einen innigen Moment erreichte das Konzert mit Giacomo Antonio Domenico Michele Secondo Maria Puccinis “I Crisantemi”. Das ursprünglich für Streichquartett vorgesehene Werk eignet sich wunderbar für das zarte Streichergewebe des Amadeus Kammerorchesters. Dem Grafen von Aosta Amadeo di Savoia gewidmet durchzieht das Werk eine sanfte Traurigkeit, die teilweise an Stimmungen der berühmten Oper Tosca erinnert.

(v.l.n.r.) Zusana Schmitz-Kulanova, Joowon Park, Roxana Tudorache; Johannes Hobbing

(v.l.n.r.) Zusana Schmitz-Kulanova, Joowon Park, Roxana Tudorache; Johannes Hobbing

Seinem Namensgeber widmete sich das Kammerorchester dann beim abschließenden Divertimento D-Dur KV 136 von Wolfgang Amadeus Mozart. Feinfühlig und spielerisch tänzelnd führte Reimann den ersten Satz. Im Andante leuchteten die zarten Terzen der Violinen im Kontrast zu den zart begleitenden tiefen Streichern. Virtuos und spritzig gelang das Finale und löste wiederum Begeisterungsstürme beim Publikum aus. Das Orchester bedankte sich mit dem Finalsatz aus dem F-Dur Divertimento KV 138.

 

 

Barocker Glanz in Zwillbrock

Montag, 8 . Juni 2009

Das Amadeus Kammerorchester Dortmund
zu Gast in der Barockkirche Zwillbrock

Beim dritten Konzert der Konzertreihe “Sommer-Schlösser-Virtuosen” gastierte das Amadeus Kammerorchester Dortmund in der Barockkirche Zwillbrock. Vier Werke standen auf dem Programm und dieses Mal gab es einen deutlichen Schwerpunkt für den Barockmeister Johann Sebastian Bach

Barocke Pracht

Barocke Pracht

Zu Beginn eröffnete das Orchester unter der Leitung von Felix Reimann mit der dritten Streichersinfonie in e-moll von Felix Mendelssohn Bartholdy. Sie hebt sich von den ersten beiden Sinfonien deutlich ab. Allein schon die moll Färbung und die satztechnische Führung zeigen bereits eine rasante kompositorische Entwicklung des nur 12 jährigen Komponisten. Virtuos spielte das Orchester die beiden stürmischen Ecksätze. Wie eine leichte Stille steht dazwischen der feine Andante Mittelsatz, den die Streicher in weichen Legatobögen ausgestalteten.

Martina Schilling

Martina Schilling

Mit Martina Schilling von der Oper in Dortmund hat die Carl Richard von Dörken Stiftung eine hervorragende Sopranistin ausgewählt. Mit ihre klaren und leuchtenden Stimme gestaltete sie gemeinsam mit dem Orchester die Hochzeitskantate “Weichet nur, betrübte Schatten”. Unerwartet dunkel und tief beginnt die Kantate mit einer beinahe schwermütigen - an die Matthäuspassion erinnernde - Orchestereinleitung. Anke Eilharth (Solooboe) legte die wunderbare Oboenkantilene geschmeidig über diese Düsternis und es entstand ein farbiges Wechselspiel zwischen Sopran und Oboe.

Die Welt wird wieder neu…

Dirk Nolte - Margit Erdelyi

Dirk Nolte - Margit Erdelyi

Die Welt wird wieder neu, heißt es in der Kantate, die mit abwechslungsreichen Arien und Rezitativen aufwartet. Der furiose Part des Basso continuo, Franziska Batzdorf (Cello) Ursula Hobbing (Cembalo) und Krzystof Siudmak (Fagott) spiegelte beeindruckend den reitenden Phoebus in Phoebus reitet mit schnellen Pferden. Geschmeidig und weich dagegen das Wechselspiel zwischen Sopran und Solovioline (Lucja Madziar) in der Arie Wenn die Frühlingslüfte streichen. Das Scherzen und Herzen der Arie Sich üben im Lieben gelang amüsant im Wechselspiel der Soprankantilenen und der keck umspielenden Solooboe (Anke Eilhardt).

Die engagierten Musiker des Amadeus Kammerorchester setzten nun mit Johann Sebatian Bachs 3. Brandenburgische Konzert fort. Das berühmte Konzert greift die Tradition des concerto grosso auf und ist für jeweils drei Dreiergruppen ausgelegt. So spielen drei Violinen, drei Violen und drei Violoncelli entweder vereint oder auch völlig kontrapunktisch zusammen. Begleitet werden die “Konzertierenden” vom Basso continuo. Federnd legten Reimann und die Musiker den Eröffnungssatz an und es war erstaunlich, wie intensiv der Klang der elf Instrumentalisten die Zwillbrocker Kirche füllten. Eine anmutige, kurze und schwebende Violinkadenz ist alles was uns Bach als zweiten Satz gönnt. Dann bricht der Sturm der aufbrausenden Sechzehntelketten im furiosen Schlusssatz los.

begeisterter Schlussapplaus in der gut besuchten Kirche

Begeisterter Schlussapplaus in der gut besuchten Kirche

Mit Mozarts leichtfüßigem Divertimento in F-Dur KV 138 endete das verhältnismäßig kurze Nachmittagskonzert. Das Amadeus Kammerorchester bedankte sich für den stürmischen Applaus diesmal mit einer Zugabe und spielte noch den berühmten Kopfsatz aus Mozarts Divertimento D-Dur  KV 136.