Mozart - Barber - Gershwin

Amadeus Kammerorchester Dortmund
zu Gast in Asbeck

Beim zweiten Konzert der Reihe Burgen-Schlösser-Virtuosen in der beinahe ausverkauften Stiftskirche Legden Asbeck spannte das Amadeus Kammerorchester Dortmund unter der Leitung von Felix Reimann einen weiten musikalischen Bogen von Mozarts Heiterkeit bis zu Barbers tragisch schönem Adagio für Streicher. Zunächst aber wurde  in der Fortführung des “Leitfadens Mendelssohn” dessen 2. Streichersymphonie in D-Dur vorgestellt. 

Mozarts Oboenkonzert in der Stiftskirche Asbeck

Mozarts Oboenkonzert in der Stiftskirche Asbeck

Die frühen Werke des 12 jährigen Felix Mendelssohn Bartoldy beeindrucken durch ihre Ideenvielfalt auch wenn hier und da noch satztechnische Klippen den jungen Komponisten erkennen lassen. Das Kammerorchester spielte die drei Sätze sehr differenziert - auffällig der zweite Satz eine Art Reminiszenz an Johann Sebastian Bach.Mit Samuel Barbers Adagio for strings ging das Kammerorchester ein Wagnis ein. Dieses berühmte Werk, das 2004 von BBC Hörern zum traurigsten klassischen Stück gewählt wurde,  in kleiner Besetzung zu spielen ist eine große Herausforderung. Doch das vielschichtige melancholische Klanggewebe des amerikanischen Komponisten gelang vorzüglich und füllte die Stiftskirche mit schwebenden Klängen. 

Stephanie Treichl

Stephanie Treichl

Mozarts Oboenkonzert in C-Dur ist ein Werk der mittleren Schaffensperiode des Salzburger Genies. Das ursprünglich 1777  für den Mannheimer Oboisten Friedrich Ramm komponierte Konzert ist der jungen österreichischen Oboistin Stephanie Treichl wie auf den Leib geschrieben. Ihr feiner und gleichzeitig warmer Oboenton verbindet sich mit einer spielerischen Leichtigkeit, die man sich für Mozart wünscht. Geradezu gesanglich gestaltete sie den zweiten Satz, der attacca in das Rondo übergeht, dessen Haupttema Mozart wiederum für die Arie des Blondchen Welche Wonne welche Lust in der Entführung aus dem Serail verwendete. Und es war wahrlich ein Wonne diese junge Solistin im Zusammenspiel mit dem agil und vital begleitenden Amadeus Kammerorchester zu erleben.

Anschließend stand nochmals das Werk eines Amerikaners auf dem Programm. George Gershwins Kleinod “Lullaby” - als Streichquartett konzipiert - gewinnt durch den orchestralen Klang ungemein. Mit faszinierenden Klangeffekten (Flagiolet Töne, bei denen der Streicher den Finger nur leicht auf die Saite auflegt) erzeugt Gershwin eine Art Glasharfeneffekt. Und dieser war in der Interpretation des Amadeus Kammerorchester wirklich atemberaubend. Geradezu spärisch und beinahe unwirklich entstand eine leichte und duftige Musik und bildete so widerum einen großen Kontrast zu Barbers Tristess.

Mit Mozarts Sinfonie B-Dur KV 182 schloß das festliche Nachmittagskonzert. Ergänzt um zwei Oboen und zwei Hörnern erschien der Klang des Kammerorchesters nun geradezu sinfonisch. Das Publikum dankte mit stehenden Ovationen und war sich einig, die vitale Spielfreude des Orchesters und seines Dirigenten Felix Reimann macht Lust auf mehr.

Musiker nach dem Konzert
Die “Bassgruppe” nach dem Konzert (v.l.n.r.) Ji Eun Kim, Bernhard Schwarz, Tomoko Tadoro

 

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