Barocker Glanz in Zwillbrock

Das Amadeus Kammerorchester Dortmund
zu Gast in der Barockkirche Zwillbrock

Beim dritten Konzert der Konzertreihe “Sommer-Schlösser-Virtuosen” gastierte das Amadeus Kammerorchester Dortmund in der Barockkirche Zwillbrock. Vier Werke standen auf dem Programm und dieses Mal gab es einen deutlichen Schwerpunkt für den Barockmeister Johann Sebastian Bach

Barocke Pracht

Barocke Pracht

Zu Beginn eröffnete das Orchester unter der Leitung von Felix Reimann mit der dritten Streichersinfonie in e-moll von Felix Mendelssohn Bartholdy. Sie hebt sich von den ersten beiden Sinfonien deutlich ab. Allein schon die moll Färbung und die satztechnische Führung zeigen bereits eine rasante kompositorische Entwicklung des nur 12 jährigen Komponisten. Virtuos spielte das Orchester die beiden stürmischen Ecksätze. Wie eine leichte Stille steht dazwischen der feine Andante Mittelsatz, den die Streicher in weichen Legatobögen ausgestalteten.

Martina Schilling

Martina Schilling

Mit Martina Schilling von der Oper in Dortmund hat die Carl Richard von Dörken Stiftung eine hervorragende Sopranistin ausgewählt. Mit ihre klaren und leuchtenden Stimme gestaltete sie gemeinsam mit dem Orchester die Hochzeitskantate “Weichet nur, betrübte Schatten”. Unerwartet dunkel und tief beginnt die Kantate mit einer beinahe schwermütigen - an die Matthäuspassion erinnernde - Orchestereinleitung. Anke Eilharth (Solooboe) legte die wunderbare Oboenkantilene geschmeidig über diese Düsternis und es entstand ein farbiges Wechselspiel zwischen Sopran und Oboe.

Die Welt wird wieder neu…

Dirk Nolte - Margit Erdelyi

Dirk Nolte - Margit Erdelyi

Die Welt wird wieder neu, heißt es in der Kantate, die mit abwechslungsreichen Arien und Rezitativen aufwartet. Der furiose Part des Basso continuo, Franziska Batzdorf (Cello) Ursula Hobbing (Cembalo) und Krzystof Siudmak (Fagott) spiegelte beeindruckend den reitenden Phoebus in Phoebus reitet mit schnellen Pferden. Geschmeidig und weich dagegen das Wechselspiel zwischen Sopran und Solovioline (Lucja Madziar) in der Arie Wenn die Frühlingslüfte streichen. Das Scherzen und Herzen der Arie Sich üben im Lieben gelang amüsant im Wechselspiel der Soprankantilenen und der keck umspielenden Solooboe (Anke Eilhardt).

Die engagierten Musiker des Amadeus Kammerorchester setzten nun mit Johann Sebatian Bachs 3. Brandenburgische Konzert fort. Das berühmte Konzert greift die Tradition des concerto grosso auf und ist für jeweils drei Dreiergruppen ausgelegt. So spielen drei Violinen, drei Violen und drei Violoncelli entweder vereint oder auch völlig kontrapunktisch zusammen. Begleitet werden die “Konzertierenden” vom Basso continuo. Federnd legten Reimann und die Musiker den Eröffnungssatz an und es war erstaunlich, wie intensiv der Klang der elf Instrumentalisten die Zwillbrocker Kirche füllten. Eine anmutige, kurze und schwebende Violinkadenz ist alles was uns Bach als zweiten Satz gönnt. Dann bricht der Sturm der aufbrausenden Sechzehntelketten im furiosen Schlusssatz los.

begeisterter Schlussapplaus in der gut besuchten Kirche

Begeisterter Schlussapplaus in der gut besuchten Kirche

Mit Mozarts leichtfüßigem Divertimento in F-Dur KV 138 endete das verhältnismäßig kurze Nachmittagskonzert. Das Amadeus Kammerorchester bedankte sich für den stürmischen Applaus diesmal mit einer Zugabe und spielte noch den berühmten Kopfsatz aus Mozarts Divertimento D-Dur  KV 136.

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